Almut Koch
Seit 2024 bin ich zertifizierte und praktizierende Kulturgeragogin (FH Münster) sowie Gründerin und Sprecherin der Regionalgruppe OST des Fachverbandes Kunst- und Kulturgeragogik.
Mein Weg dahin ist ein längerer…
Geboren und aufgewachsen bin ich in Leipzig in einer großen Familie mit vielen Schwestern. Mit 7 Jahren habe ich mich gegen ein Saiteninstrument und für meine Liebe zum Klavier entschieden. Mit 13 Jahren begann ich zu malen und zu schreiben. Vieles, was mich beschäftigt hat, fand Ausdruck in Worten und Farben. Die Musik war immer an meiner Seite.
Nachdem ich mich gegen ein Musikstudium entschieden hatte, folgte ich einer zweiten Sehnsucht und brach nach dem Abitur für längere Zeit nach Frankreich auf. Zurück in Deutschland studierte ich Kunstgeschichte und Französisch. Während des Studiums kam durch zwei Inszenierungen an der Brotfabrik Berlin die Liebe zum Theater dazu, und nachdem ich das Studium mit einem Kleinkind an meiner Seite froh und müde abgeschlossen hatte, folgte eine neue Idee: ein Buch mit Lebensgeschichten von Menschen aus der Altmark. Das war die Initialzündung kulturgeragogischer Arbeit in meinem Leben – auch wenn es das Fachgebiet noch nicht offiziell gab. Es folgten verschiedene Projekte und berufliche Stationen in den Bereichen Kulturförderung und Kunstvermittlung sowie im Projektmanagement und Fundraising.
Den künstlerischen Nachlass meiner Urgroßmutter Margarethe Freudenberg durfte ich erforschen, bewahren und erstmals veröffentlichen, eine Herzensangelegenheit, die andauert. Die Suche nach den Spuren ihres künstlerischen Schaffens ist eine Brücke zu meinen biografischen und kreativen Wurzeln. Und sie bedeutet Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte aus weiblicher Sicht, die ich in meiner Arbeit mit älteren Menschen weitererzählen will.
Ausbildung
- Studium Romanistik (Französisch) und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Université Michel de Montaigne, Bordeaux
- Abschluss Magister Artium M.A. an der Humboldt-Universität zu Berlin (2008)
- DALF C 1 – diplôme approfondi de langue française (2009)
- Fortbildung bei FORUM Berufsbildung Projektmanagement/Fundraising (2009/2010)
- Fortbildungen in Leichter Sprache bei capito Berlin – Büro für barrierefreie Information
- Hochschulzertifikatskurs Kulturgeragogik FH Münster (2024)
- Letzte Hilfe Kurs (2025)
Mitgliedschaften
- Fachverband Kunst- und Kulturgeragogik e. V.
- Deutscher Verband für Kunstgeschichte
- Arbeitskreis Werkverzeichnis
- Frauenzentrum Paula Panke e. V.
- Historischer Verein Lindstedt e. V.
Publikationen
- ANS LICHT. Margarethe Freudenberg (1876–1939). Zeichnungen und Porträts.
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Frauenzentrum Paula Panke e. V., Berlin, 2023 - Quo Vadis, mater? Künstlerinnen des Berliner Lyceum-Clubs
1905–1933, Übersetzung des Katalogtextes ins Französische,
Internationaler Lyceum-Club Berlin e. V., Berlin, 2015 - „Augenblicke lebenslang. Lebensgeschichten aus der Altmark“
Almut und Susanne Koch, Fotografien: Sebastian Gündel
Mitteldeutscher Verlag Halle, 2011/2015 - L’amour dont on crève et qu’on rêve. Der Dramatiker Xavier Durringer
VDM Verlag Dr. Müller, 2009
Projekte
2024/2025
„Alltag weckt Erinnerung. Ein Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Pflegenden.“
Objektbasiertes Erinnerungsprojekt mit Erinnerungscafés und Erinnerungskoffern im Museum Utopie und Alltag, Eisenhüttenstadt, in Kooperation mit Pflegefachschüler:innen der Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe e. V. Gefördert von der Commerzbank-Stiftung und der Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg.
2023/2024
ANS LICHT – Margarethe Freudenberg (1876–1939). Zeichnungen und Porträts
Ausstellungs- und Katalogprojekt im Frauenzentrum Paula Panke e. V. und in der Galerie Kugel, Naunhof mit Werken von Margarethe Freudenberg.
2023
Von Licht und Schatten. Ein biografieorientiertes Kreativprojekt für Frauen zwischen 70 und 94 Jahren
Gemeinsam mit dem Seniorenkreis des Lutherhauses der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Pankow wurden entlang der Ausstellung Ans Licht von Margarethe Freudenberg verschiedene kulturgeragogische Methoden erprobt. Entstanden ist eine Pop-up-Ausstellung mit Bild-Text-Collagen, Zeichnungen und Ausschnitten lebensgeschichtlicher Interviews. Das Projekt war Teil der praxisorientierten Forschung und Evaluation im Rahmen der Fortbildung Kulturgeragogik an der FH Münster.
2005-2015
„Augenblicke lebenslang. Lebensgeschichten aus der Altmark“
Über mehrere Jahre wurden mit Bewohner:innen aus der Altmark zeithistorische biografische Interviews geführt. Die narrativen Interviews mit Menschen der Jahrgänge 1915–1930 wurden mit Fotografien von Sebastian Gündel zusammengeführt und von Almut und Susanne Koch im Mitteldeutschen Verlag herausgegeben
(2011/2015).
Referenzen
- Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg
- Die Gute Stunde: Digitale Kulturveranstaltungen
- Frauenzentrum Paula Panke e. V.
- Kulturverwaltung der Stadt Dresden
- Landesfachkonferenz der Netzwerkstelle Demenz, Universität Halle
- HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste
- Bundesverband der Seniorenassistenten Deutschland (BdSAD)
- DOMICIL Seniorenresidenzen
- Museumsverband Mecklenburg-Vorpommern
- Stadtverwaltung Cottbus/Bildungsbüro
„Almut Koch hat mit großer Einfühlsamkeit und fachlicher Tiefe zwei wunderbare Veranstaltungen für die Gute Stunde konzipiert und umgesetzt. Ihr biografischer Ansatz ließ die Welt der Malerin und Urgroßmutter Margarethe Freudenberg lebendig werden und schuf einen berührenden Zugang zu Kunst und Geschichte. Besonders beeindruckend war ihre feinfühlige Ansprache der vorwiegend älteren Teilnehmenden, die sich spürbar einbezogen und ermutigt fühlten. Die durchweg positive Resonanz bestätigt: Ihre Veranstaltungen sind eine echte Bereicherung!“
Dorothea Lemme „Die Gute Stunde – Kultur im Dialog“ (02/2025)
„Almut ist eine Seniorentiefblickerin“
Anna, 84
